Dr. Thomas Sycha, Universitätsprofessor, Facharzt für Neurologie

Neuropathischer Schmerz

Neuropathische Schmerzen sind Nervenschmerzen, also Schmerzen, die durch eine Schädigung des Nervensystems verursacht sind. Die Schmerzcharakteristik ist brennend oder elektrisierend-einschießend. Neuropathische Schmerzen können spontan auftreten oder treten reizabhängig auf.

Erkrankungen mit neuropathischen Schmerzen sind sehr häufig. Dazu zählen Nervenkompressionssyndrome wie das Karpaltunnelsyndrom oder das Kubitaltunnelsyndrom, die Trigeminusneuralgie, weiters Nervenverletzungen, Nervenentzündungen wie die (Post-)Zoster-Neuralgie, die Neuroborreliose und Schädigungen des Zentralen Nervensystems wie Schmerzen nach Schlaganfall, Querschnittslähmung. Sehr häufig kommen neuropathische Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie vor.

Die Therapie neuropatischer Schmerzen unterscheidet sich grundlegend von jener anderer Schmerzformen. Prinzipiell gilt es hier, die ursächliche Nervenschädigung zu identifizieren, rückgängig zu machen, oder zumindest ein Fortschreiten zu verhindern. Die Therapie des Symptoms selbst ist ebenfalls gänzlich unterschiedlich zu herkömmlichen Schmerzmitteln, und besteht oft in der individuell abgestimmten Anwendung von speziellen Medikamenten und lokalen Maßnahmen.

Die Therapie des neuropathischen Schmerzes gehört jedenfalls in erfahrene fachärztlich Hände. Ich habe mich seit Jahren wissenschaftlich und in der Patientenbetreuung intensiv mit diesem Gebiet beschäftigt und lasse in meine Therapieentscheidungen auch neueste Erkenntnisse aus der Schmerzforschung einfließen.

Besonders im Bereich der lokalen Maßnahmen gibt es in den letzten Jahren innovative wirksame und nebenwirkungsarme Therapieansätze. So können Lokalanästhetika, Capsaicin in Form von Salben oder in Pflastern aufgebracht werden. Auch Botulinumtoxin („Botox“) hat sich in neuropathischen Schmerzzuständen als wirksam erwiesen.