Dr. Thomas Sycha, Universitätsprofessor, Facharzt für Neurologie

Gesichtskrampf (Spasmus hemifazialis)

Der Gesichtskrampf ist eine einseitig auftretende, unwillkürliche Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur. Die Erkrankung beginnt meist nach dem 60. Lebensjahr und ist bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern. Es kommt zu einschießenden, teilweise schmerzhaften Verkrampfungen (Spasmen) der vom Gesichtsnerven (N. facialis) versorgten Muskulatur. Zu Beginn betrifft die Symptomatik das Auge, breitet sich jedoch über Monate bis Jahre auf die gesamte Gesichtshälfte aus. Im Verlauf kann es in seltenen Fällen auch zu einer Schwäche der betroffenen Muskulatur (Fazialisparese) kommen.

Ursache ist in vielen Fällen eine - durch eine Blutgefäßschlinge verursachte - Druckwirkung auf den N. facialis. Vor allem nach langjährigen Bluthochdruck verlaufen Blutgefässe geschlängelt, und können gegen den Gesichtsnerven drücken. Dies bewirkt dann eine lokale Reizung und in weiterer Folge Schädigung des Nerven.

Therapie der Wahl ist die Injektion von Botulinumtoxin in die betroffenen Muskeln. Dies ist alle 3-5 Monate erforderlich und führt in mehr als 80% der PatientInnen zu einem sehr guten Erfolg.