Dr. Thomas Sycha, Universitätsprofessor, Facharzt für Neurologie

Allgemein

Botulinumtoxin (besser bekannt als „Botox“) wird seit mehr als 30 Jahren in der Medizin erfolgreich eingesetzt. Die Liste der Erkrankungen, die mit Botulinumtoxin hocheffektiv behandelt werden können, wird über die Jahre immer länger. Während diese hochspezialisierte Therapie zuerst hauptsächlich bei neurologischen Erkrankungen wie Bewegungstörungen (Dystonie und Spastik) und übermässigem Schwitzen (Hyperhidrose) eingesetzt wurde, erlangte „Botox“ vor allem durch die Anwendung in ästhetischen Indikationen, wie der Glättung von Gesichtsfalten allgemeine Bekanntheit.

Botulinumtoxinpräparate sind in mehr als 70 Ländern in über 20 unterschiedlichen Krankheitsbildern zugelassen. Durch die jahrzehntelange Erfahrung in den neurologischen Indikationen kann man dieser Therapie eine hohe Wirksamkeit und Sicherheit auch bei wiederholten Anwendungen über viele Jahre bescheinigen. Dies gilt allerdings nur für die Therapie durch erfahrene Anwender.

Um die Behandlungsqualität und Sicherheit sicherzustellen gibt es in verschiedenen Fachdisziplinen Fortbildungsbestrebungen. Im Bereich der Neurologie habe ich in meiner Funktion als Leiter der Botulinumtoxin-Ambulanz des AKH-Wien/Medizinische Universität Wien gemeinsam mit den führenden nationalen Botulinumtoxin-Experten eine Ausbildung und Zertifizierung für Fachärzte etabliert.

Dieses Zertifikat der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) soll nicht nur höchstmögliche Behandlungsqualität und Sicherheit gewährleisten, sondern ist auch Voraussetzung für eine Kostenerstattung in einigen zugelassenen Indikationen durch die Krankenkassen.

Im Allgemeinen werden die Kosten für die Therapie mit Botulinumtoxin nicht von den Krankenkassen übernommen.