Dr. Thomas Sycha, Universitätsprofessor, Facharzt für Neurologie

Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)

Schwitzen Illustration

Schwitzen ist eine normale wichtige Körperfunktion, die den Körper bei hohen Außentemperaturen oder bei körperlicher Aktivität der vor Überhitzung schützen soll. Das Schwitzen wird von einem Kontrollzentrum im Gehirn über das autonome Nervensystem gesteuert.

Als Hyperhidrose wird eine Schweißproduktion definiert, die über das Maß, das zur Regulierung der Körpertemperatur notwendig ist, gesteigert ist.

Von einer solchen vermehrten Schweißneigung sind ca. 2,5% der Bevölkerung betroffen. Davon haben jedoch nur etwa 40% bereits einen Arzt um Hilfe gefragt.

Selten kann vermehrtes Schwitzen Zeichen einer anderen Erkrankung sein, z. B. bei Schilddrüsenfunktionsstörungen. In diesen Fällen tritt meist das Schwitzen am ganzen Körper (generalisierte Hyperhidrose) auf.

Am häufigsten tritt das vermehrte Schwitzen jedoch umschrieben auf (fokale Hyperhidrose), betroffen sind vor allem Hand- und Fußflächen sowie die Achseln. Ebenfalls häufig und störend kann vermehrtes Schwitzen im Gesicht und Nackenbereich sowie am Haaransatz sein.

Die Hyperhidrose stellt nicht nur ein ästhetisches Problem dar, sondern kann massive Beeinträchtigung in der privaten und beruflichen Situation nach sich ziehen.

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Es stehen eine Reihe unterschiedlicher Therapiemaßnahmen zur Verfügung.

Ich biete eine kompetente Hilfe bei allen Arten des Schwitzens an. Neben den häufigen Formen wie übermäßigem Hand- und Fuß- und Achselschwitzen behandle ich auch seltenere Formen wie Schwitzen im Gesichts- und Kopfbereich (kraniofaziale Hyperhidrose) oder im Leistenbereich bzw. das Ganzkörperschwitzen. Nach einer genauen symptomorientierten Abklärung werden durch spezielle Schweißtests die betroffenen Areale sichtbar gemacht. In vielen - insbesondere lokal begrenzten - Fällen können Botulinumtoxin-Injektionen helfen, die vermehrte Schweißproduktion zu vermindern. In anderen Fällen können lokale Salben, Medikamente oder Iontophorese angeboten werden. Gerne kläre ich auch über chirurgische Verfahren auf, und weise bei Bedarf an kompetente Kooperationspartner zu.

Botulinumtoxin

Botulinumtoxin kann die Aktivität der Schweißdrüsen massiv vermindern indem die Impulsübertragung vom autonomen Nervensystem blockiert wird. Dieser Effekt ist vorübergehend, die Wirkung hält ca. 6-8 Monate an.

Bei der Behandlung werden in das betroffene Areal mit sehr feinen Nadeln im Abstand von 2 cm kleine Mengen von Botulinumtoxin injiziert. Die Einstiche sind – je nach Region - gering schmerzhaft. Jedenfalls biete ich auch eine lokale Betäubung an. Die Wirkung von Botulinumtoxin tritt nach 2 bis zu 7 Tagen ein.

Die Behandlung ist sicher. Kleine Blutergüsse sind möglich, sonst treten keine wesentlichen Nebenwirkungen auf. Lediglich die Behandlung des Handschwitzens kann vorübergehend zu einer leichten Schwäche der Handmuskeln führen.